Konzertina spielen lernen. 5 4 3 2 1 10 9 8 7 6

Unter dem Namen Konzertina ist eine ganze Gruppe von mehr oder weniger ähnlichen Instrumenten versammelt. Hier geht es nur um die zweireihige Konzertina (= german concertina). Hier wird auch nicht erklärt, wie man Noten liest usw. Das musiktheoretische Grundwissen wird schon anderswo erklärt, z. B. auf der exzellenten Seite www.lehrklaenge.de.

Im Internet gibt es ein paar Lehrbehelfe fürs Lernen der zweireihigen Konzertina. Mir selbst hat am meisten die Anweisung, das Akkordeon zu spielen (um 1840) geholfen, die sich entgegen dem Titel auf die zweireihige Konzertina bezieht. Etwas ausführlicher ist das Instruction Book (1846) von Carlo Minasi. Beide Werkchen sind allerdings schon etwas betagt. Eine ähnliche Spieltechnik, wie ich sie nutze, erklärt Roger Digby, allerdings für die dreireihige Anglo German concertina: Faking it (2005). Ich denke, es lohnt sich, in alle drei zumindest einmal einen Blick hineinzuwerfen.

Einen Überblick über wesentliche Lehrwerke gibt Klaus Wenger in der gut kommentierten Liste von Konzertinaschulen im Konzertinanetz. Andere Lehrhefte findet man z. B. bei archive.org, wenn man dort nach dem Stichwort concertina sucht.

Im Konzertinanetz stehen auch die Termine der verschiedenen Konzertina-Musiziertreffen. Mit Blick auf die zweireihige Konzertina sind die alljährlichen Treffen in Wartaweil am Ammersee und auf der Tannenburg in Schwaben am ergiebigsten. Auf den anderen Veranstaltungen stehen eher andere Konzertinatypen im Mittelpunkt.

Kritik, Wünsche, Fragen und Anregungen bitte im Konzertinaforum.

S. H., 30. Mai 2019.

Erstfassung: 20. April 2017
Diese Fassung: 30. Mai 2019


Welches Instrument für den Einstieg?

Nachdem Silvetta vor ein paar Jahren zugemacht hat, gibt es auf dem Markt hier in Europa zweichörige Neuinstrumente eigentlich nur noch aus Italien von Stagi (d. i. Brünner und ehemals Bastari) und Einzelanfertigungen von ein paar Handzuginstrumentenmachern. Die Stagis sind natürlich billiger, haben aber auch ab und zu mal ein paar Macken. Wer eine Stagi online kaufen will, sollte eine C-2 in C/G-Stimmung nehmen und sie z. B. über Oliver Stoffregen von der Diatonie bestellen, der die Dinger vor Auslieferung kontrolliert und, wenn nötig, erst einmal in bespielbaren Zustand versetzt. Die C-1 von Stagi ist einchörig, die C-2 zweichörig und die C-3 dreichörig. Eine zweichörige Alternative von Stagi ist das Modell R-8-2, das ich allerdings noch nie in der Hand hatte.

Wie die C-2 von Stagi klingen kann, demonstrieren Mark Söhngen auf Youtube mit einer Valse trouvée und die Crapshooters mit dem Papst und Sultan.

Wie halte ich die Konzertina?

Ich spiele die Konzertina ausschließlich im Sitzen. Es gibt Spieler, die sie auch im Stehen spielen, aber ich kann das nicht. Die Konzertina liegt auf den Oberschenkeln. Das Ende mit den hohen Tönen und dem zusätzlichen Knopf, dem Luftknopf, liegt rechts. Die Hände werden durch die beiden Handschlaufen gesteckt. Der Daumen bleibt dabei draußen. Die Hände ganz durchstecken, bis die Schlaufe an die Daumenwurzel stößt. Die Handschlaufen müssen locker sein, sodass sich die Hand noch bewegen kann. Nein, deine Hände sind nicht zu klein, das muss so. Die Handschlaufen müssen locker sein.

Der rechte Daumen bedient den Luftknopf, die restlichen Finger die übrigen Knöpfe. Der linke Daumen spielt gar nichts.

Die Anordnung der Töne.

Beim Klavier ist jeder Taste genau ein Ton eineindeutig zugeordnet. Jede Taste erzeugt genau einen Ton, und jeder Ton wird nur von genau einer Taste erzeugt. Bei der Konzertina ist das anders. Jeder Knopf erzeugt genau zwei Töne, einen auf Zudruck des Balges und einen auf Aufzug des Balges. Zusätzlich kommen die meisten Töne jeweils auf mehreren Knöpfen vor, teilweise in der gleichen Balgrichtung, teilweise in unterschiedlicher Balgrichtung. Die Tonanordnung auf der Konzertina folgt einem anderen Ordnungsprinzip als die Tonanordnung auf dem Klavier, und zwar einem, das ich faszinierend finde.

Die Töne auf der Konzertina sind in sogenannten diatonischen Reihen organisiert, die sich in sehr ähnlicher Form auf allen sogenannten »diatonischen« Instrumenten finden. Am bekanntesten ist die normale Zehn-Loch-Mundharmonika (»blues harp«).

Die Konzertina hat zwei diatonische Reihen zu je zehn Knöpfen. Jede der beiden Reihen ist in der Mitte geteilt: Fünf Knöpfe liegen auf der linken Seite und werden mit der linken Hand gespielt, die anderen fünf Knöpfe liegen auf der rechten Seite und werden mit der rechten Hand gespielt. Die äußere Reihe ist üblicherweise in C-Dur gestimmt, die innere Reihe dann in G-Dur. Auf jeden Fall ist die innere Reihe eine Quinte höher als die äußere Reihe. (Das ist einer der Unterschiede zum zweireihigen diatonischen Akkordeon, bei dem die Dominantreihe eine Quarte unter der Grundreihe liegt, sodass sich der Tonvorrat beider Reihen stärker überlappt.)

Der Tonvorrat einer Reihe erstreckt sich über mehr als drei Oktaven. Zehn Knöpfe für gut drei Oktaven. Das Klavier braucht für drei Oktaven 3 * 12 + 1 = 37 Tasten. Eine diatonische Reihe bietet effizienteren Zugriff auf eine Untermenge der Klaviertöne an. Eine diatonische Reihe in C-Dur bietet die Töne von C-Dur an, und eine diatonische Reihe in G-Dur bietet die Töne von G-Dur an.

Der Tonvorrat von G-Dur unterscheidet sich nur minimal von dem von C-Dur: Statt des Tons f hat G-Dur den Ton fis, alle anderen Töne sind gleich: c, d, e, g, a, h. Man könnte nun meinen, dass es also eigentlich gar keiner kompletten zweiten Reihe in G-Dur auf der Konzertina bedürfte. Es würde ausreichen, zusätzlich zur C-Reihe noch zwei Zusatzknöpfe anzubringen, mit denen man den Ton fis in allen drei Oktaven spielen könnte. Damit könnte man alle Töne von G-Dur spielen. Dadurch, dass die Konzertina eine zweite Reihe in G-Dur hat, werden die Töne c, d, e, g, a, h doch nur unnötig verdoppelt.

Warum gibt’s auf der Konzertina trotzdem eine komplette G-Reihe? – Weil in der diatonischen Reihe die Töne nicht einfach beziehungslos, quasi absolut, nebeneinander stehen, sondern weil die diatonische Reihe eine bestimmte Binnenstruktur aufweist, die mit der Funktion der Tonstufen innerhalb der Tonleiter gekoppelt ist. Das bedeutet, dass auf der Konzertina ein Ton, beispielsweise ein a' nicht einfach nur eine Schwingung mit der Grundfrequenz von 440 Hz ist. Dadurch dass er in eine diatonische Reihe eingebunden ist, ist auch seine Funktion innerhalb des Bezugssystems, innerhalb der Tonart klar: In der C-Dur-Reihe ist er der sechste Tonleiterton, in der G-Dur-Reihe ist er der zweite Tonleiterton. Auf der Klaviatur wird nicht deutlich, welche Position der Ton a in welchem Bezugssystem hat, er ist da einfach nur ein a. Auf der Konzertina muss der Spieler sich entscheiden: Gehört das a zum Bezugssystem C-Dur oder zum Bezugssystem G-Dur? Ist das a die Sekunde über dem Grundton, oder ist es die Sexte über dem Grundton? Welche Funktion hat das a konkret? Deshalb ist das Spielen auf »diatonischen« Instrumenten wie der zweireihigen Konzertina immer auch schon eine Form der musikalischen und harmonischen Analyse eines Stückes, einer Analyse nicht mit dem Kopf, sondern ganz körperlich mit Armen und Fingern.

Für die tiefste Oktave stehen nur die ersten beiden Knöpfe je Reihe zur Verfügung, sie ist also unvollständig. Diese tiefe Oktave ist eigentlich nur dafür zuständig, die harmonischen Fundamentaltöne für die Hauptfunktionen zu liefern. Knopf 1 hat daher auf Druck den Grundton und auf Zug die Quinte. Knopf 2 hat die Quinte auch, und zwar auf Druck. Auf Zug hat er die große Septime, den Leitton zum Grundton, der auf dem nächsten Knopf liegt.

linke Hand Druck:
1
5
Zug:
5
7

Die Tonbelegung der übrigen Knöpfe folgt einem einfachen Grundprinzip: Auf Druck klingen die Töne des Grundakkords der jeweiligen Tonart. Das sind der 1., 3. und 5. Ton der Tonleiter. Die restlichen Töne der Tonleiter klingen auf Zug: der 2., 4., 6. und 7. Ton. Da es pro Oktave drei Töne auf Druck, aber vier Töne auf Zug gibt, verschiebt sich die Lage von Drucktönen zu Zugtönen in jeder Oktave (bzw. nach jeweils drei Knöpfen) um einen Knopf:

linke Hand rechte Hand Druck:
1
5
1
3
5
1
3
5
1
3
Zug:
5
7
2
4
6
7
2
4
6
7

Bei einer Konzertina mit C- und G-Reihe ergeben sich dann folgende konkrete Tonbelegungen:

linke Hand rechte Hand Druck:
C
G
c
e
g
c’
e’
g’
c’’
e’’
Zug:
G
H
d
f
a
h
d’
f’
a’
h’
Druck:
G
d
g
h
d’
g’
h’
d’’
g’’
h’’
Zug:
d
fis
a
c’
e’
fis’
a’
c’’
e’’
fis’’

Die Töne der beiden Reihen in C und in G entsprechen also dem Tonmaterial der weißen Klaviertasten plus einer schwarzen Taste (fis/ges). Das ist an sich wunderbar übersichtlich.

Nicht jeder Ton lässt sich aber gleichzeitig mit jedem anderen Ton spielen. Zwar gibt es viele Töne sowohl auf Druck als auch auf Zug, einige Töne gibt es aber nur auf Druck und andere nur auf Zug. Das wird wichtig, wenn man mehrere Töne gleichzeitig spielen will, z. B. Akkorde; denn dann sollten zumindest alle wesentlichen Akkordtöne gleichzeitig spielbar, also entweder auf Zug oder auf Druck vorhanden sein.

Auf Druck kann man also nur folgende Töne spielen:

Das sind die Töne c, d, e, g und h. Das ist stimmig, denn auf Druck spielbar sind nur die Töne des Tonikadreiklangs der jeweiligen Reihe, also in der C-Dur-Reihe c, e, g und in der G-Dur-Reihe g, h, d.

Auf Zug kann man die folgenden Töne spielen:

Das sind aus der C-Reihe die Töne d, f, a und h und aus der G-Reihe die Töne a, c, e und fis. Zusätzlich dazu ist der tiefste Zugton jeder Reihe die Quinte zum Grundton, also der Ton g bzw. d. Die auf Zug spielbaren Töne sind vielfältiger und uneinheitlicher verteilt als die auf Druck spielbaren.

Bei der Einteilung der Töne nach der Balgrichtung (Druck oder Zug) bleibt die Anordnung in diatonischen Reihen außer Betracht. Das Ordnungsprinzip der diatonischen Reihe wird also durch das Ordnungsprinzip der Balgrichtung überlagert. Häufig nimmt man im Spiel Töne aus beiden Reihen gleichzeitig.

Tonarten.

Da die Konzertina eine diatonische Reihe in C-Dur und eine in G-Dur hat, kann man in C-Dur und in G-Dur spielen. Zusätzlich kann man in den beiden parallelen Molltonarten spielen, also in A-Moll und in E-Moll, da sie ja jeweils denselben Tonvorrat aufweisen wie ihre parallelen Durtonarten. Allerdings liegt A-Moll nicht sehr gut auf den Knöpfen, sodass man normalerweise eher in E-Moll spielen sollte.

Stücke modulieren in ihrem Verlauf häufig in andere Tonarten. Am geläufigsten ist die Modulation in die Dominanttonart und wieder zurück. Das geht auch auf der Konzertina. Man beginnt zunächst in C-Dur und moduliert dann nach G-Dur. Wenn ein Stück in die parallele Molltonart wechselt, geht auch das auf der Konzertina. Zweckmäßigerweise beginnt man in G-Dur und moduliert dann nach E-Moll.

Es kommt aber auch vor, dass Stücke in einer Weise modulieren, die auf der Konzertina so nicht spielbar ist. Nicht selten gehen Stücke zum Beispiel von einer Molltonart in deren gleichnamige Durtonart. In einem solchen Fall muss man »schummeln« und das Stück statt dessen in die parallele Durtonart führen, wenn das möglich ist. Traditionelle Tanzmusik besteht häufig aus drei Teilen, die in drei unterschiedlichen, aber quintverwandten Tonarten stehen. Auf der Konzertina stehen aber nur zwei quintverwandte Tonarten zur Verfügung. In einem solchen Fall muss man die drei Tonarten ziemlich rücksichtslos auf zwei reduzieren.

Akkorde.

Eine Akkordbegleitung spielt man auf der Konzertina mit der linken Hand, also auf der linken Seite. Auf der Konzertina kann man alle leitereigenen Akkorde spielen. Man hat damit übrigens auf der zweireihigen Konzertina mehr Akkorde als auf dem zweireihigen Akkordeon. Auch das ist ein Grund, aus dem sich die Konzertina so gut als Akkordinstrument eignet.

Man kann sich die Akkordtöne jeweils selbst zusammensuchen. Der Einfachheit halber habe ich die normalen Griffweisen der wichtigsten Akkorde hier zusammengetragen. Nur der G-Dur-Akkord kann sowohl auf Druck als auch auf Zug gespielt werden. Alle anderen Akkorde können nur entweder auf Druck oder auf Zug gespielt werden. Bei den Akkorden E7 und H7 fehlt jeweils die Durterz, weil sie auf der Konzertina nicht vorhanden ist. Die übrigen Töne des Dominantseptakkords reichen aber aus, um im Stückzusammenhang den Eindruck der Durterz im Ohr des Hörers entstehen zu lassen.

linke Hand Druck:
C
G
c
e
g
Zug:
G
H
d
f
a
Druck:
G
d
g
h
d’
Zug:
d
fis
a
c’
e’

In der Regel sollte man die Akkorde nur kurz antippen und nicht so lange aushalten wie in den Beispieleinspielungen oben. Man muss übrigens auch nicht immer alle Töne des Akkords gleichzeitig spielen, sondern kann sie z. B. auch gut arpeggieren, insbesondere dann, wenn in der Melodie gerade nicht so viel los ist.

Wenn ich Stücke aus dem Mittelalter oder der Renaissance spiele, machen sich volle Akkorde mitunter auch nicht so gut, weil Akkorde eben nicht »mittelalterlich« klingen. In solcher Musik klingen offene Quinten besser: Dazu lässt man einfach die mittlere Terz weg (und die Septime sowieso). In der Rockmusik nennt man solche leeren Quinten Powerchords, weil’s cooler klingt. Es ist aber auch nichts anderes.

Bass.

Wie in einer einfachen Klavierbegleitung spielt man auf die betonten Taktzeiten den Basston und auf die unbetonten Taktzeiten den jeweiligen Akkord. Der Basston ist in der Regel mit dem Akkordgrundton identisch. Nur für die Akkorde C-Dur und G-Dur auf Druck steht ein gesonderter Basston, eine Oktave tiefer, zur Verfügung.

Wechselbässe sind aus praktischen Gründen nur für C, G, G7 und D7 einfach spielbar.

Unspielbare Kreuze oder Bes.

Wenn in einem Stück nach dem Transponieren unspielbare Kreuze oder Bes übrigbleiben, hat das meistens eine der folgenden drei Ursachen:

  1. Das Stück moduliert zwischendurch in eine neue Tonart, die wir nicht auf der Konzertina haben. Lösung: Diesen Zwischenteil in eine spielbare Tonart überführen. Gegebenenfalls muss dann die Melodie an den Nahtstellen geringfügig angepasst werden. Dieses Problem tritt häufig auf, wenn ein Stück von Dur ins gleichnamige Moll wechselt (und umgekehrt). Dann muss man statt ins gleichnamige Moll eben ins parallele Moll wechseln, genauer gesagt, von G-Dur nach E-Moll.

  2. Die Kreuze oder Bes dienen nur der Schärfung von Vorhalts- oder Wechselnoten. Diese Vorzeichen kann man ignorieren. Die Melodie büßt damit allerdings leider an Expressivität ein. (Dieses Vorgehen gilt analog auch für Doppeldominanten, also z. B. A7 → D7 → G. Das kann man meist mit der aus dem Jazz geläufigen ii-V-I-Verbindung ersetzen, also mit der Folge a → D7 → G.)

  3. In Mollmelodien ist die sechste und siebente Stufe der Tonleiter veränderlich. So können auch in E-moll die Töne cis und dis auftreten. Hier bieten sich zwei verschiedene Lösungen an, und man muss ausprobieren, welche einem besser gefällt. Entweder ignoriert man die Kreuze oder man ersetzt die Melodietöne durch verwandte Töne des jeweils geltenden Akkords.

Wie üben?

Durchs Stückespielen, und zwar mit Melodie und Begleitung. Man kann auf der Konzertina nicht erst die Melodie üben und dann später die Akkorde dazutun, weil im Wesentlichen die Akkorde die Balgrichtung bestimmen. Melodien ohne Akkorde einzuüben ist praktisch wertlos.

Ich denke, es ist auch nützlich, die Stücke auswendig zu lernen und dann ohne Noten zu spielen. Die Stücke sind meist kurz genug, dass das ohne wirkliche Schwierigkeiten möglich ist, obschon sich das zu Beginn sehr ungewohnt für Leute anfühlt, die immer nach Noten gespielt haben. In der Übergangsphase hilft es, einfach zwischendurch beim Spielen die Augen zu schließen. Wenn dann eine Stelle kommt, an der du unsicher bist, kannst du die Augen ja einfach wieder aufmachen.

Sehr hilfreich ist es, sich beim Spielen aufzuzeichnen und sich die Aufnahme dann anzuhören. Du hörst dir niemals so kritisch zu wie auf einer Aufnahme. Dazu brauchst du keine Extraausrüstung, sondern du kannst es einfach mit deiner Händykamera machen.

Aber welche Stücke spielen? – Ich hatte zu Anfang große Schwierigkeiten, geeignete Stücke zu finden. Es gibt zwar vorarrangierte Stücke für die zweireihige Konzertina (habe ich schon das Konzertinanetz erwähnt?), aber meist ist das, was ich gerade spielen will, nicht darunter. Deshalb muss man sich die Noten selbst zurechtmachen. Wenn du selbst an den Noten herumschraubt, lernst du dadurch natürlich auch die Möglichkeiten deines Instruments besser kennen.

Irgendwann bin ich darauf gekommen, einfach nach Noten im Internet zu suchen. In der Regel reicht es aus, den Titel eines Liedes, den bekanntesten Interpreten und das Suchwort score oder Noten einzugeben, um etwas zu finden, eventuell auch in der Bilder- oder Videosuche. Bisher bin ich damit fast immer fündig geworden. Ich schreibe mir dann die Melodiestimme heraus sowie, wenn vorhanden, die Akkordbezeichnungen und transponiere das Ganze dann in eine Tonart, die auf der Konzertina spielbar ist. Das kann man mit dem Bleistift auf Notenpapier tun oder mit einem kleinen Progrämmchen, das das lästige Transponieren und die Abschrift ins Reine übernimmt. (Ich selbst nutze dazu den ABCexplorer.)

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