Exkurs zu: Konzertina spielen lernen.

Akkorde.

Eine Akkordbegleitung spielt man auf der Konzertina mit der linken Hand, also auf der linken Seite. Im Gegensatz zum diatonischen Akkordeon kann man auf der Konzertina mit der linken Hand alle leitereigenen Akkorde spielen. Leitereigene Akkorde sind Akkorde, die nur aus den Tönen der jeweiligen Tonleiter zusammengesetzt sind. Man hat auf der Konzertina also etwas mehr Akkorde als auf dem diatonischen Akkordeon.

Die Töne der C-Dur-Tonleiter entsprechen den weißen Tasten auf dem Klavier:

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│ f │ g │ a │ h │ c │ d │ e │ f │ g │ a │ h │ c │ d │ e │
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Die Töne auf dem Klavier wiederholen sich alle acht Tasten. Es gibt also nur sieben verschiedene Töne: c, d, e, f, g, a, h, und der nächste Ton ist wieder c. Auf jedem dieser sieben Töne kann ein Akkord aufgebaut werden.

Was ist ein Akkord?

Ein Akkord ist eine Übereinanderschichtung von (mindestens) zwei Terzen. Das Wort Terz kommt vom lateinischen Wort tertia (nota) und bedeutet: die dritte, nämlich die dritte Note. Wenn man die Terz über dem Ton c sucht, dann zählt man ab: 1. Ton: c, 2. Ton: d, 3. Ton: e. Der Ton e ist die dritte Note, also die Terz über c. Um einen Akkord zu bauen, setzt man auf diese erste Terz noch eine zweite Terz darauf: 1. Ton: e, 2. Ton: f, 3. Ton: g. Der Ton g ist die Terz über e. Diese drei Töne (c, e, g) bilden den Akkord auf dem Ton c.

Auf der Klaviatur kann man das sehr einfach anschaulich machen:

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│ f │ g │ a │ h │ c │ d │ e │ f │ g │ a │ h │ c │ d │ e │
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Es gibt zwei verschiedene Arten von Akkorden: Dur-Akkorde und Moll-Akkorde. Der Akkord aus den Tönen c, e, g ist ein Dur-Akkord, weil die untere Terz, die von c zu e, größer ist als die obere Terz, die von e zu g, wenn man die schwarzen Tasten mitzählt. Die untere Terz ist vier Halbtonschritte groß, die obere nur drei Halbtonschritte. Bei einem Moll-Akkord ist es umgekehrt: erst die kleine Terz, dann die große Terz.

Die leitereigenen Akkorde in C-Dur.

Der Akkord C-Dur ist also der Akkord auf der ersten Stufe der C-Dur-Tonleiter.

Der zweite Ton der C-Dur-Tonleiter ist der Ton d. Um auf ihm einen Akkord aufzubauen, zählt man wieder zwei Terzen ab: erste Terz: d - e - f, zweite Terz f - g - a. Die Akkordtöne sind also d, f, a. In diesem Akkord ist die untere Terz kleiner als die obere Terz. Sie ist nur drei Halbtonschritte groß, während die obere vier Halbtonschritte groß ist. Deshalb ist der Akkord auf dem Ton d ein Moll-Akkord: D-Moll.

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│ f │ g │ a │ h │ c │ d │ e │ f │ g │ a │ h │ c │ d │ e │
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Der dritte Ton der C-Dur-Tonleiter ist der Ton e. Auf ihm kann man folgenden Akkord aufbauen: e, g, h. Das ergibt den Akkord E-Moll.

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│ f │ g │ a │ h │ c │ d │ e │ f │ g │ a │ h │ c │ d │ e │
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Der vierte Ton ist f, die Akkordtöne sind: f, a, c: F-Dur-Akkord. (Zähle gefälligst alles, was ich hier behaupte, selbst auf der Klaviatur nach!)

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│ f │ g │ a │ h │ c │ d │ e │ f │ g │ a │ h │ c │ d │ e │
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Der fünfte Ton ist g, die Akkordtöne sind: g, h, d: G-Dur.

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│ f │ g │ a │ h │ c │ d │ e │ f │ g │ a │ h │ c │ d │ e │
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Der sechste Ton ist a, die Akkordtöne sind: a, c, e: A-Moll.

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│ f │ g │ a │ h │ c │ d │ e │ f │ g │ a │ h │ c │ d │ e │
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Der siebente Ton ist h, die Akkordtöne sind: h, d, f. Das ist weder ein Dur-Akkord noch ein Moll-Akkord, das ist gar kein richtiger Akkord; denn beide Terzen sind gleich groß, nämlich drei Halbtöne groß, also zwei kleine Terzen.

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│ f │ g │ a │ h │ c │ d │ e │ f │ g │ a │ h │ c │ d │ e │
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In der C-Dur-Tonleiter gibt es also insgesamt sechs leitereigene Akkorde: drei Dur-Akkorde und drei Moll-Akkorde. Die drei Dur-Akkorde sind logischerweise die Hauptakkorde oder Hauptfunktionen. Die drei Mollakkorde spielen eine untergeordnete Rolle, sie sind Nebenfunktionen, dazu später.

Die Dur-Akkorde liegen auf der 1., auf der 4. und auf der 5. Tonleiterstufe. Man bezeichnet sie deshalb auch mit den lateinischen Zahlen I, IV und V. Die drei Moll-Akkorde liegen auf der 2., auf der 3. und auf der 6. Tonleiterstufe. Man bezeichnet sie deshalb auch mit den lateinischen Zahlen ii, iii und vi. (Großschreibung für Dur-Akkorde und Kleinschreibung für Moll-Akkorde).

Die 1. Tonleiterstufe bezeichnet man auch mit dem Namen Tonika, abgekürzt: T.

Die 5. Tonleiterstufe bezeichnet man mit dem Namen Dominante, abgekürzt: D. Die Dominante steht eine Quinte (= 5) über der Tonika.

Man muss aber Intervalle (= Tonabstände) nicht immer nur aufwärts zählen, sondern kann sie auch abwärts zählen. Was ist die Quinte unter c? Man zählt ab: 1. c, 2. h, 3. a, 4. g, 5. f. Der Ton f ist also die Quinte unter dem Ton c. Deshalb nennt man ihn auch Subdominante, abgekürzt: S. Der Akkord auf der vierten Stufe ist der Subdominantakkord.

In Tabellenform sieht das für die Tonart C-Dur so aus:

TonstufeAkkordFunktion
1CT
2d
3e
4FS
5GD
6a
7-

Den Dominantakkord spielt man gern mit hinzugefügter Septime (= 7) als Dominantseptimenakkord bzw. Dominantseptakkord, abgekürzt D7.

So viel zu C-Dur, jetzt zu G-Dur.

Die leitereigenen Akkorde in G-Dur.

Das Tonmaterial von G-Dur ist fast identisch mit dem Tonmaterial von C-Dur, also mit den weißen Tasten. Nur hat G-Dur kein f, sondern statt dessen ein fis, also auf dem Klavier die schwarze Taste rechts über dem f:

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│   │ g │ a │ h │ c │ d │ e │   │ g │ a │ h │ c │ d │ e │
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In der Tonart G-Dur gibt es nur zwei neue Akkorde, wie sich zeigen wird.

Der Grundton in der Tonart G-Dur ist natürlich der Ton g. Der Akkord auf g: g, h, d; G-Dur, kennen wir schon.

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│   │ g │ a │ h │ c │ d │ e │   │ g │ a │ h │ c │ d │ e │
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Der zweite Ton in G-Dur ist der Ton a. Der Akkord auf a: a, c, e; A-Moll, kennen wir auch schon.

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│   │ g │ a │ h │ c │ d │ e │   │ g │ a │ h │ c │ d │ e │
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Der dritte Ton ist h. Der Akkord auf h: h, d und — Achtung! — fis; denn ein f gibt es in der Tonart G-Dur ja nicht. Die Terz h zu d ist eine kleine Terz, aber die Terz von d zu fis ist eine große Terz. Also ist in der Tonart G-Dur der Akkord auf h ein H-Moll-Akkord.

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│   │ g │ a │ h │ c │ d │ e │   │ g │ a │ h │ c │ d │ e │
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Der vierte Ton ist c. Der Akkord auf c: c, e, g; C-Dur, kennen wir schon.

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│   │ g │ a │ h │ c │ d │ e │   │ g │ a │ h │ c │ d │ e │
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Der fünfte Ton ist d. Der Akkord auf d: d, fis, a. Die untere Terz ist eine große Terz, und die obere Terz ist eine kleine Terz, also: D-Dur.

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│   │ g │ a │ h │ c │ d │ e │   │ g │ a │ h │ c │ d │ e │
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Da der D-Dur Akkord der Dominantakkord in der Tonart G-Dur ist, fügt man ihm gern noch die Septime, also den Ton c, hinzu.

Der sechste Ton ist e. Der Akkord: e, g, h; E-Moll, kennen wir schon.

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│   │ g │ a │ h │ c │ d │ e │   │ g │ a │ h │ c │ d │ e │
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Der siebente Ton ist fis. Der Akkord: fis, a, c. Auch hier gilt wieder: Der Akkord auf der siebenten Tonleiterstufe ist gar kein richtiger Akkord; er besteht aus zwei kleinen Terzen.

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│   │ g │ a │ h │ c │ d │ e │   │ g │ a │ h │ c │ d │ e │
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Auch in der Tonart G-Dur liegen die drei Durakkorde auf der 1., der 4. und der 5. Tonleiterstufe und die drei Mollakkorde auf der 2., 3. und 6. Tonleiterstufe. Das gilt überhaupt für jede Durtonart.

TonstufeAkkordFunktion
1GT
2a
3h
4CS
5DD
6e
7-

Die leitereigenen Akkorde in E-Moll.

Jede Durtonart hat eine Molltonart mit den gleichen Vorzeichen, dem gleichen Tonmaterial. Man nennt sie die parallele Molltonart. Sie liegt immer eine (kleine) Terz unter ihrer parallelen Durtonart. Zu C-Dur gehört also A-Moll, und zu G-Dur gehört E-Moll. Da sie jeweils die gleichen Töne haben wie ihre parallele Durtonart, kann man also auf der Konzertina theoretisch auch A-Moll und E-Moll spielen. In A-Moll liegen aber die Töne ungünstig auf den Knöpfen, sodass es normalerweise besser ist, in E-Moll zu spielen.

E-Moll hat die gleichen Töne wie G-Dur, also auch die gleichen Akkorde. Da aber jetzt der Ton e der Grundton ist, beziehen sich alle Tonstufen nun auf diesen und nicht mehr auf g. Der erste Ton der Tonleiter in E-Moll ist e. Deshalb ist der Akkord auf der ersten Tonleiterstufe E-Moll. In der Tonart E-Moll ist also der E-Moll-Akkord der Tonikaakkord. Geht man alle sieben Tonstufen durch, kommt man auf die folgende Tabelle:

G-DurE-Moll
FunktionTonstufeAkkordTonstufeFunktion
e1t
-2
T1G3
2a4s
3h5d
S4C6
D5D7
6e
7-

Die Akkorde auf der 1., der 4. und der 5. Stufe sind jetzt Mollakkorde, und das ist auch richtig; denn wir sind ja jetzt in einer Molltonart. Allerdings muss der Dominantakkord normalerweise ein Durakkord sein. In der Tonart E-Moll spielt man also meistens statt eines H-Moll-Akkords einen H-Dur-Akkord. Praktisch bedeutet das, dass der Akkord nicht aus den Tönen h, d, fis besteht, sondern aus den Tönen h, dis, fis. Ein dis hat die Konzertina nicht. Deshalb müssen wir den Ton weglassen. Dann blieben aber nur noch die Töne h und fis übrig, und die reichen nicht, um im Ohr des Hörers einen richtigen Akkordeindruck hervorzurufen. Deshalb muss man an dieser Stelle eigentlich einen Dominantseptakkord spielen, also die Töne h, dis, fis, a.

Wenn man davon das dis fortlässt, bleiben immer noch genug Töne übrig (h, fis, a), um beim Hörer den Eindruck des gewünschten Akkordes zu erzeugen. Den fehlenden Ton dis bildet das Gehirn des Hörers automatisch selbst.

Die vollständige Akkordtabelle für E-Moll sieht daher so aus:

G-DurE-Moll
FunktionTonstufeAkkordTonstufeFunktion
e1t
-2
T1G3
2a4s
3hH⁷5D⁷
S4C6
D5D7
6e
7-

Die leitereigenen Akkorde in A-Moll.

Die Tonart A-Moll ist die Mollparallele zur Tonart C-Dur. A-Moll hat also die gleichen Töne wie C-Dur und deshalb auch die gleichen Akkorde. Für den Akkord auf der 5. Stufe, den Dominantakkord, gilt das schon zur Tonart E-Moll Gesagte entsprechend: Man spielt also nicht E-Moll, sondern an seiner Stelle den E-Dur-Dominantseptakkord E7.

Allerdings muss man auch hier wieder die Terz, das gis, weglassen, da es auf der Konzertina nicht vorhanden ist.

C-DurA-Moll
FunktionTonstufeAkkordTonstufeFunktion
a1t
-2
T1C3
2d4s
3eE⁷5D⁷
S4F6
D5G7
6a
7-

Einfache Akkordbegleitung mit drei Akkorden.

Mit den drei Hauptfunktionen kann man jede Melodie akkordisch begleiten. Um zu bestimmen, welchen Akkord man wann spielt, kann man als Faustregel eine abgewandelte Form der sogenannten Oktavregel heranziehen. Eigentlich war die Oktavregel ein Kompositionshilfsmittel für Komponisten im Generalbasszeitalter.

Es gibt in jeder Tonart sieben verschiedene Tonstufen. Jeder dieser sieben Tonstufen ist eine der drei Hauptfunktionen T, D und S zugeordnet:

Tonstufe1234567
FunktionTDTST/DSD

Man schaut jeweils am Taktanfang, welche Tonstufe in der Melodie gerade gespielt wird, und wählt danach den Akkord aus, den man den Takt über spielt. Dabei hat die 5. Tonstufe eine Kippelstellung und kann meist so oder so harmonisiert werden.

Das ist die einfachste Form der Tabelle. Man sollte sie im Kopf haben, um neue Melodien sofort spontan mit einer Akkordbegleitung unterlegen zu können. Hält man sich daran, liegt man nie völlig falsch. Allerdings liefert sie nicht immer die schönste Begleitung. Die folgende Übersicht führt die Möglichkeiten für die Tonarten C-Dur, G-Dur, E-Moll und A-Moll im Detail auf:

Ziel sollte es aber sein, sich von dieser Tabelle abzunabeln. Eigentlich kann man jeden Akkord spielen, in dem der Melodieton vorkommt. Wer mehr wissen will, dem sei das Standardwerk empfohlen: die in vielen Auf‌lagen erschienene Harmonielehre von Diether de la Motte.

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